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Wolfgang
Windt
Performing Arts Center Taipei (ARCH)
Performing Arts Center Taipei
Das PAC ist eine Spielstätte für unterschiedlichste Künste - ein Gebäude, das allen gestellten Anforderungen gerecht wird, sowie eine Hülle, die Atmosphäre schafft und präsent in Erscheinung tritt.
Das Ziel meiner Arbeit war der Entwurf eines Performing Arts Center in Taipeh, das in vielfältiger Weise für die verschiedensten Theater und Opernaufführungen in großem Stil als Darstellungsraum dient. Das Gebäude beinhaltet drei Aufführungsstätten: den großen Theatersaal mit 1.500 Sitzplätzen, ein Proszeniumstheater und einen Multifunktionssaal mit je einem Fassungsvermögen von 800 BesucherInnen. Das Performing Arts Center soll internationalen Standards gerecht werden, auf höchstem Niveau Anziehungspunkt für weltbekannte KünstlerInnen sein und Voraussetzungen für einen Treffpunkt mit kulturellem Austausch zwischen DarstellerInnen und BesucherInnen bieten.

Die Idee war es, ein Gebäude zu schaffen, das alle gestellten Anforderungen erfüllen kann. Dem Umgang mit dem urbanen Raum, aber auch den räumlichen Qualitäten im Inneren wurde hohe Aufmerksamkeit gewidmet.
Mithilfe von Diagrammen wurden der Tag- und der Nachtbetrieb simuliert, was Aufschluss über zeitgleiche Prozesse lieferte. Diese Erkenntnisse waren wichtige Parameter bei der Anordnung der einzelnen Bereiche.

In groben Zügen wird das Gebäude von zwei Körpern beschrieben, die sich von unten nach oben zu einer geschlossenen Struktur vereinen. Der dabei entstandene Zwischenraum fungiert als öffentlicher Stadtraum, der den westlichen Stadtteil mit dem Shilin-Nachtmarkt verbindet. Es wurde hier an die bestehende Struktur des Shilin- Nachtmarktes angeschlossen, wobei sich die Marktzone unter dem öffentlichen Bereich des Performing Arts Center als Erweiterung des Marktgebietes ausdehnt. Dieser öffentliche Raum setzt sich in weiterer Folge im Inneren über ein Wegenetz fort, das dem Publikum als Erschließungsfläche der einzelnen Theaterstätten dient. Durch die diagonale Anordnung der Verbindungswege erreicht man dabei eine Verkürzung der Wege und eine Optimierung des Verkehrsflusses. Vertikale Öffnungen schaffen interessante Blickbeziehungen im Inneren und stehen in visueller Verbindung mit der städtischen Umgebung. Durch unterschiedliche Raumhöhen werden Bereiche fürs Verweilen während der Vorstellungen geschaffen. Diese Raumqualität setzt sich in unterschiedlichen Volumina in allen weiteren Ebenen fort.
Der große Theatersaal ist für eine maximale BesucherInnenzahl von 1.546 ausgelegt. Der Auditoriumsbereich ist mit edlem Holz verkleidet. Geprägt wird die Oberfläche von kiemenartigen Öffnungen, die in Richtung des Bühnenbereiches aufklaffen. Wie durch ein Kraftfeld werden diese vertikalen Schlitze aus den Seitenwänden herausgezogen und umklammern in weiterer Folge die Galerien. Mit dieser formalen Geste wird die Aufmerksamkeit auf den Bu?hnenbereich gelenkt, wobei der Publikumsbereich eins mit der Bühne wird.
Das Proszeniumstheater weist die gleiche räumliche Wirkung wie der große Theatersaal auf, bietet aber nur 862 BesucherInnen Platz.
Der Orchestergraben kann als Bühnen- oder auch als Sitzplatzerweiterung genutzt werden.

Der flexibelste Saal ist der Multifunktionssaal. Er besitzt eine rechteckige Grundrissform und ermöglicht innerhalb kurzer Zeit unterschiedliche Bühnenvarianten. Es ist möglich, den Saal als Rundbühne/ Arena, Guckkastenbühne, Raumbühne und in vielen anderen Formen zu bespielen. Ermöglicht wird dies durch Spirallifte. Der Saal ist für ein maximales Fassungsvermögen von 967 Plätzen ausgelegt. Er eignet sich auch für Bälle, wobei die Parkettzone aufgeschoben werden kann und das Foyer als Ballsaalerweiterung dient.

Bei jedem der Säle wurden alle Sitzplätze für einen optimalen Blick zur Bühne ausgerichtet. Ein homogenes Erscheinungsbild sowie nahtlose Übergänge der Oberflächen lassen die Baukörper zu einem gesamten Objekt verschmelzen. Im Zentrum öffnet sich die Fassade hin zum Stadtraum mit großen Glasflächen, die Ein- und Ausblicke für die BesucherInnen anbieten. Das Gebäude geht dabei einen Dialog mit dem städtischen Raum ein. Durch den zum Zentrum hin ansteigenden Glasanteil beginnt das Bauwerk bei Dämmerung in Dialog mit der Umgebung zu treten. Die Foyerebenen füllen sich mit Menschen und treten präsent in Erscheinung und werden zu pulsierenden Adern innerhalb des Gebäudekomplexes.
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