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Daniel
Erdeljan
Bewegliche Architektur (ARCH)
Bewegliche Architektur
Diese Arbeit dient der Verdeutlichung des Begriffs "Bewegung in der Architektur". Die Form hat sich durch die Konstruktion ergeben, die wiederum von der Bewegung beeinflusst und abhängig wird.
Diese Arbeit dient der Verdeutlichung des Begriffs "Bewegung in der Architektur". Die Form hat sich durch die Konstruktion ergeben, die wiederum von der Bewegung beeinflusst und abhängig wird. Die Bewegung in diesem Projekt dient der Architektur und setzt die Konzepte wie Licht und Raumhöhe/-volumen flexibel um. Die Arbeit zeigt die Freiheit eines Entwurfes, der einen Idealzustand beschreibt und nur annäherungsweise realisierbar sein kann.(1) Da Museen Seismografen der zeitgenössischen Architektur sind, widme ich die Funktion dem Museum.

Gebäudeform als absolute Bewegung "Bewegung setzt voraus, dass zwei Körper ihre gegenseitige Lage verändern. Aussagen über einen Bewegungsablauf eines Körpers oder Massenpunktes können daher nur relativ sein. Das heißt, der Bewegungsablauf kann nur im Bezug auf ein anderes, meist als ruhend definiertes Bezugssystem betrachtet werden. Aussagen über die Bewegung eines Körpers allein sind im Ingenieurwesen sinnlos."(2) Die Architektur als eine Theorie des Gebäudes ist eine unvollständige Kunst: Der Begriff der Beweglichkeit, der Bewegung, fehlt darin.

Interpolation in Animationen(3) Die Einzelbilder zwischen den Keyframes werden durch Interpolationstechniken automatisch berechnet (Tweening). Die Interpolationskurve wird so gewählt, dass ihre Ableitung stetig ist, um plötzliche Geschwindigkeitsänderungen zu vermeiden.

Vorwärtskinematik(4) Bei der Vorwärtskinematik handelt es sich um eine sehr gute und übersichtliche Methode, einfache Animationen zu schaffen. Jedoch stellen sich dieser Methode bei komplexeren Bewegungsabläufen Probleme, die nur schwer zu lösen sind.

Inverse Kinematik(5) Wie die Vorwärtskinematik stellt auch die inverse Kinematik ein rein mathematisches Modell für die Animation von Bewegungsabläufen dar. Grundlegend muss man sagen, dass die einzelnen zu animierenden Glieder in einer Hierarchie angeordnet sind, welche durch ein Skelett repräsentiert ist.
Bewegung als Konzept Um ein Museum zu entwerfen, das in Raumhöhe respektive -volumen flexibel ist, wird das Konzept der Bewegung genutzt. Ausstellungen im Erweiterungsbau des Wien Museums sollen sich nicht einer neuen Hülle anpassen, sondern diese soll für die unterschiedlichen Raumkonzepte der KünstlerInnen wandelbar sein. Je nach Volumens- und Lichtbedürfnissen der Exponate ist eine Veränderung der Konstruktion möglich.

Entwurf
- Einsatz gewichtsarmer, zugbeanspruchter Systeme
- Ableiten von Druckkräften
- Leichtigkeit und Eleganz
- flexible Raumhöhe: 3,70-6,70 m

Konstruktiver Aufbau
I. Angepasster Stahlbaukonstruktionsraster an Haerdtl-Bau mit Belastung 2-3 kN/m2
II. Podestausbildung mit darunterliegenden Hohlräumen für Installationen/Haustechnik
III. Dynamisches Haupttragwerk aus Rundrohren mit hydraulischem Getriebe, abgeleitet auf bestehende Kerne (Erschließung, Schächte), 7-8 kN/m2
IV. Sekundäres Tragwerk; Attraktoren zur Aussteifung der Hülle
V. Zweischalige Hülle: Paneele mit wärmedämmender Eigenschaft und eine luft- und wasserdichte Membrane, gefüllt mit Aerogel, durch Aufblasen veränderbares Volumen

(1) Vgl. Rem Koolhaas, Delirious New York. Ein retroaktives Manifest für Manhattan, 3. Aufl., Aachen 2006.
(2) Hans Steger, Johann Sieghart, Erhard Glauninger, Technische Mechanik 1: Statik, Reibung, Festigkeitslehre, 4. Aufl., Wien 2000, S. 170.
(3) Der folgende Abschnitt basiert auf dem Wikipedia-Eintrag zu "Computeranimation" [http://de.wikipedia.org/wiki/Computeranimation], 2011-05-20, und paraphrasiert Teile daraus.
(4) Dieser Abschnitt basiert auf und paraphrasiert: Claudia Weiß, "Inverse Kinematik", Universität Ulm, Proseminar Computergrafik, Sommersemester 2002, Onlinedokument [http://animalrace.uni ulm.de/lehre/courses/ss02/Computergrafik/ClaudiaWeiss.pdf], 2011-05-20, S. 4 f.
(5) Siehe ebd., S. 6 f.
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